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 Venedig, 1 Audio-CD
von Ulrich Tukur
CD
Juni 2004
Verlag: Hoffmann & Campe

Beschreibung: Ulrich Tukur ist begeistert von Venedig. Sein persönliches Porträt der Lagunenstadt, in der er seit 1999 lebt, ist eine Hommage, life entstanden an Original-Plätzen. Tukur spricht mit Menschen, die hier leben, lässt Stimmen und Geräusche hören. Daneben interpretiert der Schauspieler und Sänger auch Texte von Schriftstellern: Goethe, Platen, Koeppen, Nietzsche, Fontane und Werfel, und natürlich singt Tukur auch. Das Ergebnis: eine ungewöhnlich lebendige, authentische Inszenierung zu Ehren der alten, ewig jungen Stadt. Ulrich Tukur arbeitet den Zauber Venedigs, seinen morbiden Charme heraus. Was wäre eine Hommage an eine Stadt ohne die Stimme eines Gastronomen? Und so hören wir Salvatore Cipriani, den Chef der weltberühmten Harrys Bar. Daneben meldet sich auch ein weniger berühmter Wirt zu Wort und erzählt, wie die Arbeiter früher in sein Restaurant ihr Essen mitgebracht haben. Überhaupt die Giudecca -- dieses Dorf in der Stadt, einst Venedigs wichtigster Industriestandort, hat es Tukur angetan; er selbst lebt dort. Gründe sind die unverbaubare Aussicht auf San Marco und das noch wenig touristisch vereinnahmte Leben. Schön ist die Rede einer steinalten Dame, der Venezianerin Bruna, die eine Nachbarin von Tukur ist. So gut wie gar nichts erinnert in diesem Hörstück an einen Reiseführer. Tukurs Auswahl an Gesprächspartnern und Plätzen, die er vorstellt, ist sehr persönlich, manchmal auch ungewöhnlich
Genau das hebt seine Präsentation auch von anderen ab. Und die Stimmen etwa von Geoffrey Humphries, dem Maler, Holly Snapp, der Galeristin, oder des Architekten Andreas Brandt fügen sich zu einem authentischen, wenig abgenutzten Bild Venedigs zusammen. Harte szenische Schnitte und das italienische Original mit Synchronübersetzung, ergänzt durch einen sehr italienisch klingenden Geräuschpegel vermitteln den Eindruck des Fragmentarischen, nicht Fertigen. Ulrich Tukur ist ein Multitalent, ein anerkannter deutschen Schauspieler. Sein Debüt gab er 1982 in dem Film Die weiße Rose. Danach ging es mit Ulrich Tukurs Karriere steil aufwärts. Figuren voller Brüche und Abgründe sind sein Markenzeichen. Zudem ist er Musiker und präsentiert mit seinen Rhythmus Boys seit 1995 erfolgreich Lieder aus den 30er bis 50er Jahren. Seit 1999 fühlt sich der Mann ohne Führerschein in der Stadt, wo der Verfall salonfähig ist, wohl. Fazit: Eine liebevoll und professionell inszenierte Huldigung Venedigs. Mit einem sprechenden, singenden und Interviews führenden Ulrich Tukur. Das wunderschöne Booklet mit Aufnahmen der Menschen, mit denen Tukur spricht, rundet die Komposition ab! Hörstück, Spieldauer: ca. 80 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. --culture.text
Kommentare und Bewertungen: Venedig menschlich gesehen
   
Das Portrait einer Stadt einmal anders, als man es aus einem "Reiseführer" gewohnt ist: Es geht in erster Linie um Menschen: Die, die heute aus aller Herren Länder Zuflucht in dieser -so Tukur selbst- surrealen Stadt gefunden haben und die, die -mehr oder weniger berühmt- ihre Gedanken literarisch verewigt haben. Eine Mischung a'la Tukur: Ein bißchen schrill, ein bißchen skuril, hier und da ziemlich menschlich, privat und "unplugged". Ulrich Tukur vermag wie kein zweiter zu rezitieren, Freunde und Bekannte vorzustellen und das Ganze in gewohnter Manier -allerdings deutlich "venezianisch" klingend- musikalisch am Klavier abzurunden. Eine Liebeserklärung an Venedig, die neugierig macht, die ewige Stadt einmal zu besuchen bzw. Erinnerungen an vergangene Venedig-Besuche wieder zu Leben erweckt.
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