Der letzte seiner Art, 5 Audio-CDs


Der letzte seiner Art, 5 Audio-CDs
von Andreas Eschbach und Martin May
CD
März 2004
Verlag: Lübbe



Kommentare und Bewertungen:
Spannend und innovativ wie immer!
Bei Eschbach kann man sich immer auf eins verlassen: Der Junge hat Ideen. Keine durchgekauten Mord und Totschlag Thriller, keine Effekthascherei, kein sinnloses Action-Gerede. Auch in "Der Letzte seiner Art" wird Eschbach diesem Anspruch gerecht. Das Thema des Buches ist wieder mal sehr originell. Sein Held Duane Fitzgerald ist nicht nur eine zerrissene, verzweifelte Hauptfigur, die seinen Träumen und Hoffnungen nachhängt, sondern auch eine Maschine. Eine Mischung aus Roboter und Mensch und ein Fehler der Regierung. Duane kam nie zum Einsatz und fristet an einem einsamen Ort ein ebensolches Dasein. Er kann weder essen, noch mit einer Frau zusammen sein und der Regierung hat er sein Schweigen versprochen.
Bis dahin ist der Roman eigentlich eher wenig Thriller, aber trotzdem sehr sehr interessant. Duane ist ein facettenreicher Charakter und die Idee ist so unverbraucht, das man einfach weiterlesen muss. Doch dann geht es erst richtig los, denn jemand ist Duanes Geheimnis auf der Spur und es geschieht ein Mord. Duane muss sich enscheiden, welchen Weg er einschlagen will.
Am Ende gerät Eschbach, wie schon in "Eine Billion Dollar" etwas ins Straucheln. Aber das am Ende Fragen offen bleiben, damit muss man sich bei diesem Autor wohl abfinden. Nichts desto trotz ist Eschbach in Deutschland eine Ausnahmeerscheinung. Es gibt keinen Thrillerautor, der es mit ihm aufnehmen könnte.


Das erste seiner Art
"Der letzte seiner Art" ist das erste Buch, mit dem ich mit Andreas Eschbach in Berührung komme.
Löblicherweise verzichtet die interessant dargelegte Geschichte eines Cyborgs, dessen Vergangenheit ihn einholt, auf allzu reißerische Momente und bleibt damit weitgehend realistisch. Allerdings leitet darunter auch teilweise die Spannung. Manche Passagen hätte etwas mehr Pepp und Tempo in der Erzählweise nicht geschadet (die Nebenhandlung mit Bridget wirkt zu aufgesetzt, die Hilfe Fiannans erweist sich im Nachhinein als überflüssig). Dafür sind die Rückblicke auf die Zeit der Ausbildung und "Umwandlung" zum Supersoldaten interessant und helfen die Tragik der Geschichte und des Protagonisten zu verstehen.
Positiv fällt der Schreibstil des Autors auf. Das Buch lässt sich, bis auf vereinzelte Stellen, flott lesen und ist leicht verständlich geschrieben.
Allerdings kommt das Ende zu plötzlich, ist für sich aber gut gelungen, da es einfach zur nachdenklich stimmenden Thematik passt.
Insgesamt ein empfehlenswertes Buch und für mich bestimmt nicht das letzte seiner Art.


Wieder ein alles in allem gelungenes Buch von Eschbach
Auf Andreas Eschbach ist Verlaß - anders als andere Vielschreiber bilden seine Bücher keine Serie mit immer gleichem Personal, sondern er probiert in jedem Buch etwas Neues aus. Ein Cyborg als Frührentner, das finde ich originell, und es war wohl eine gute Entscheidung des Autors, ihn als Ich-Erzähler auftreten zu lassen. Auch die stilistischen Schwächen Eschbachs sind so erträglicher (wobei man sich immer noch wundert, wenn ein irischstämmiger Amerikaner das urschwäbische Wort "zuzeln" gebraucht). Das Buch ist nicht so spannend wie andere Werke Eschbachs, aber eigentlich habe ich das nicht vermißt. Im Gegenteil: Es hätte dem Buch nicht geschadet, wenn es dem Autor gelungen wäre, den Leser noch mehr am Innenleben des Duane Fitzgerald teilhaben zu lassen. Aber es endet dann doch als Thriller, obwohl die Seneca-Zitate deutlich machen, daß es mehr sein will. Eschbach bleibt eben Eschbach, mit seinen Stärken und seinen Schwächen.


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