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 Venezianische Scharade, 7 Audio-CDs
von Donna Leon und Christoph Lindert
CD
Oktober 2003
Verlag: Steinbach Sprechende Bücher

Beschreibung: Commissario Brunetti steht heute schon in einer Reihe mit den großen Romandetektiven wie Maigret und anderen. Für Liebhaber des Kriminalromans ist er, wenn noch nicht bekannt, ein absolutes Muss. Im vorliegenden Fall geht es anfänglich um die Leiche eines vermutlichen Transvestiten. Es werden falsche Spuren durch den oder die Täter gelegt, und eigentlich klärt Brunetti das ganze raffinierte Komplott mehr durch seine Intuition und Beharrlichkeit sowie mithilfe seiner Kenntnis der menschlischen Seele (auch der abgründigen, bösen) auf als durch kriminalistische Arbeit. Was vordergründig wie ein "normaler" Mordfall aussieht, entwickelt sich zu einem Kaleidoskop der korrupten Gesellschaft Italiens, besonders Venedigs, bis in höchste Kreise hinein. --Lutz Dahm
Kommentare und Bewertungen: Nichts ist wie es scheint im heißen August Venedigs!
    
Ein fantastischer Roman! Fast spielerisch erzählt Donna Leon aus dem Leben des Commissario Brunetti, der mit Leib und Seele letztlich alle noch so legal aussehenden Machenschaften als kriminell entlarvt. Man spürt förmlich die Hitze im August in Venedig, man riecht den Gestank der Kanäle und als dann immer mehr "ehrbare" Personen Venedigs mit in den Sumpf aus Transvestiten-Huren, Sex mit Jungen, finanziellen Betrügereien und Verleumdungen gezogen werden, möchte man als Leser aufspringen und Brunetti bei der Lösung des Falls zur Seite stehen. Auch dieser Roman ist ohne Zweifel spannend und wenn man am Ende das Buch schließt, glaubt man an eine alles er- und umgreifende Gerechtigkeit! Zu schön, nicht wahr?!
Raffinierte Story!
   
Auch in Leon`s drittem Roman spielen die Stadt Venedig mit ihrer Atmoaphäre, die Persönlichkeit des Commissario Brunetti und unsere kranke Gesellschaft die Hauptrollen. Brunetti lernt dieses mal im Milieu einige interesssante Charaktere kennen. Dabei stößt er nicht nur auf Sex und Crime, sondern vor allem auf mächtige Zeitgenossen, die er da nicht erwartet hätte. Dabei gerät er teilweise selber in Gefahr, doch dieses Risiko geht er ein, wenn es darum geht die Doppelmoral einiger hoher Herren Venedigs ein Bein zu Stellen. Ein super Krimi mit hohem moralischen Anspruch und höchst raffinierter Story. Aber erst der Backround mit Paola, seinen Kindern Chiara und Raffi und auch seinen Schwiegereltern, sowie der Stadt Venedig machen aus diesem Krimi ein Meisterstück der Literatur. Man kann nur hoffen das Donna Leon so weitermacht und ihr nicht der Stoff ausgeht, aber da hat unsere Gesellschaft ja noch viel Schmutz und Abschaum zu bieten. Die Fälle des Commissario Brunetti gehören in jedes Bücherregal (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Der dritte Teil der Reihe ist besser als die Vorgänger
   
Im hier zu besprechenden Werk handelt es sich um den dritten Teil, der inzwischen zwölfteiligen Reihe um den in Venedig ansässigen Commissario Brunetti. Die ersten beiden Teile (Venezianisches Finale und Endstation Venedig) waren nicht dazu angetan, mir zu erklären warum Leon so gefeiert ist. Der dritte Band nun ist zumindest ein erster Schritt in diese Richtung. Vielleicht nicht gerade überragend aber durchaus als gelungen zu bezeichnen.Wie schon in den ersten beiden Teilen hat Leon eine großartige Story geschaffen. Der Kriminalfall ist hoch interessant und in ein wirklich gutes Umfeld eingebettet. In diesem Band wird eine Leiche auf einem Feld hinter einem Schlachthof in Mestre (einer Stadt in der Nähe Venedigs) gefunden. Das Gesicht des Mannes ist vollkommen zerstört, er trägt jedoch Frauenkleider. Da in Mestre gerade kein Kommissar anwesend ist, wird Hilfe aus Venedig angefordert und Brunetti daher zur Unterstützung entsandt. Die Ermittlungen in der Homosexuellenszene führen irgendwie nicht weiter, als völlig überraschend nach einer Woche die wahre Identität des Ermordeten bekannt wird. Es handelt sich um einen Bankdirektor aus Venedig. Die Ermittlungen führen Brunetti in ein wildes Intrigenspiel rund um Macht und sehr viel Geld. Was unterscheidet nun "Venezianische Scharade" von den beiden Vorgängern, wenn diese doch auch eine gute Story hatten werden Sie sich vielleicht fragen. Nun hier endlich bekommen die Personen einiges an Tiefe, sie sind längst nicht mehr so oberflächlich und inhaltslos wie noch in den ersten beiden Bänden. Dies ist ein großer und sehr wichtiger Fortschritt. Ähnlich ist es mit den Beschreibungen der Szenerie, das ganze Geschehen und die Rahmenhandlungen bekommen endlich mehr Farbe und mehr Bilder. Es ist ein enormer Schritt von der Oberflächlichkeit hin zu einem Roman. Ebenfalls eine deutliche Verbesserung hat die Sprache erfahren. Leon benutzt nun längere aussagekräftigere Sätze und kehrt der bisherigen kurzen und unpräzisen Ausdrucksweise den Rücken. Bereits im ersten Band ist über einige Seiten lang ein sprachlicher Genius aufgetaucht, der dann aber wieder verloren ging. Hier nun endlich ist beinahe das ganze Werk in einer schönen Sprache verfasst. Dieses Buch kann ich nun also tatsächlich empfehlen. Es bekommt zwar nur vier Sterne, da bestimmt noch einiges Potential nach oben vorhanden ist, aber es ist schon in einer Qualität wo man eine Empfehlung aussprechen kann. Meine Empfehlung lautet jedoch auch: Lassen Sie die Finger von den ersten beiden Bänden, sie versäumen keine wichtige Rahmenhandlung.
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