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 Afrikanische Totenklage, 1 Audio-CD
von Peter Scholl-Latour
CD
November 2001
Verlag: BMG Wort

Kommentare und Bewertungen: Wirklich gut
    
Das neue Werk von Peter Scholl-Latour hat mir wirklich sehr, sehr gut gefallen. Scholl-Latour zeigt eindeutig, daß im wirtschaflichen und politischen Bereich die Initiative in weiten Teilen Afrikas auf die USA übergangen ist. Es ist schon bemerkenswert, daß Frankreich und auch Groß-Britannien faktisch keine Einfluß mehr ausüben. Für die afrikanischen Staaten ist die weiter vorherrschenden westliche Einflußnahme fatal. Scholl-Latour zeigt eindeutig, daß die massive Einflußnahme von außen eine wirkliche Unabhängigkeit und eine damit verbundene eventuelle realistische Entwicklungschance der meisten afrikanischen Staaten nicht zu läßt. Die nunmehr herrschende amerikansiche geschieht natürlich nicht zum Selbstzweck (wenn auch hier und da unter dem Deckmäntelchen der Humanität), sondern unter knallharten geo-politischen Erwägungen, deren Kern Einfluß und Rohstoffe sind. Es ist m.E. wichtig, daß dies differenziert auf den Punkt gebracht wird und entsprechend kritisiert wird, was Scholl-Latour aufgrund seiner Afrika-Erfahrung (4 Jahrzehnte!) und seiner umfangreichen Vorortstudien sehr beeindruckend gelingt. Wichtig ist auch, daß Scholl-Latour zumindest einen Eindruck darüber gibt, über welche Vielfältigkeit und Komplexität der afrikanische Kontinent verfügt. Die sonst angelegten Pauschalisierungen der europäischen und nord-amerikanischen Perspektive müssen nach der Lektüre dieses Buches "ad acta" gelegt werden. "Afrikanische Totenklage" ist eine wichtige Ergänzung zu Scholl-Latour's "Mord am großen Fluß" und ist ein "Muß" für jeden, der sich mit dem afrikanischen Kontinent näher beschäftigen will.
Hochinteressant
    
Peter Scholl-Latour beschreibt in seinem Buch seine Eindrücke, seine subjektiven Erfahrungen zu und aus verschiedenen Ländern Afrikas und vergisst dabei auch nicht, die historische Entwicklung dieser Regionen seit den 50er Jahren im Überblick zu beschreiben. Sicher, es sind subjektive Eindrücke, die von den eigenen Eindrücken, die man bei Reisen in diese Länder feststellt, manchmal abweichen. Nichts desto trotz gibt das Buch einen hervorragenden Überblick über die Lebensbedingungen der Menschen in diesen Ländern und über das Chaos, das wieder einmal von wirtschaftlichen und politischen Interessen hervor gerufen wird. Wer sich für Afrika und vor allem für seine Politik interessiert, für den ist das Buch ein Muss. Und wer ein hochinteressant geschriebenes und fesselndes Buch lesen will, für den erst recht.
Wichtige Informationen, aber unerträgliche Lektüre
   
Scholl-Latour verfügt über die entscheidenden Informationen und einen weltpolitischen Durchblick, der im deutschen Raum unvergleichlich ist. Leider sorgt sein Schreibstil dafür, dass seine Gegner ihn schnell als Anhänger von Verschwörungstheorien darstellen könnten. Scholl-Latour verbindet die Überheblichkeit des Franzosen mit dem stumpfen Rassismus des Deutschen. Sein paternalistischer Ansatz gegenüber allem Nicht-Europäischen ist widerlich, aber man muss es ihm wohl verzeihen, denn zugleich ist er der Einzige, der sich traut, das angelsächsisch-zionistische Weltherrschaftsstreben beim Namen zu nennen. Ist das Buch auch populärwissenschaftlich geschrieben, so findet der Fachmann zwischen den Zeilen immer noch Informationen, deren wahre Bedeutung Scholl-Latour sicher bewusst zwischen den zeilen verpackt hat. Ein Riesenplus: dieses Buch ist keine Lektüre für Gutmenschen und Idealisten.
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