Gespräche mit Lebenden und Toten, 1 Cassette


Gespräche mit Lebenden und Toten, 1 Cassette
von Swetlana Alexijewitsch, Frank Werner, Ulrich Gerhardt, Ilse Strambowski und Peter Gavajda
Hörkassette
Februar 2000
Verlag: Dhv der Hörverlag



Beschreibung:
Tschernobyl, die weltweit größte Umweltkatastrophe, ein Mosaik menschlicher Tragödien. Wie haben die Bewohner, die in der Nacht zum 26. April 1986 zu ahnungslosen Opfern wurden, den radioaktiven Fall-out und seine Folgen erlebt. Wie gingen Bewohner, Reaktorpersonal und Soldaten mit ihrem Schicksal um? In literarisch überarbeiteten Interviews schildern sie ihre ganz persönliche Geschichte.

Da ist der Mann, der aus seinem verseuchten Heimatort evakuiert werden soll. Er kann sein Haus nicht ohne die schwere hölzerne Eingangstür verlassen, auf der einst sein Vater nach alter russischer Tradition aufgebart wurde. Das Aufwachsen seiner Kinder, in Kerben darauf verewigt. Das ganze Leben auf einer Tür. Das ganze Sterben auf einer Tür. Wenig später wird der Mann seine kahlköpfige siebenjährige Tochter auf die alten Holzplanken legen. Die Schilderungen, die Regisseur Ulrich Gerhardt mit harten Schnitten aneinandersetzt, wirken brutal in ihrer scheinbaren Emotionslosigkeit. Apathie, Gleichgültigkeit, Resignation, das Erfassenwollen des Unfassbaren. Die Sprecher Ilse Strambowski, Peter Gavajda, Viola Morlinghaus und Konstantin Graudus interpretieren eindrucksvoll die gesamte Palette menschlicher Verzweiflung. Dramaturgisch geschickt eingesetzt sind die Passagen mit authentischen Geräuschen: das Spritzen von Wasserschläuchen, das Abtragen von Erdreich, Schüsse auf herumstreunende Hunde in einer gottverlassenen Gegend. Die Fantasie des Hörers spinnt ihre eigenen Bilder. Die Jury der deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat die Hörspielbearbeitung von Frank Werner, Gespräche mit Lebenden und Toten, als Hörspiel des Jahres 1999 ausgezeichnet. --Cornelia Eulitz


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