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 Ulrike Meinhof, 1 Audio-CD
von Regina Leßner, Stefan Aust und Bettina Röhl
CD
September 2003
Verlag: Der Audio Verlag, Dav

Beschreibung: Sie war Chefredakteurin von konkret, Mutter von Zwillingen, schrieb gesellschaftskritische Kolumnen, doch ihre berühmteste Rolle ist wohl die des Mitglieds der Rote-Armee-Fraktion. Zusammen mit Gudrun Ensslin und Andreas Baader wurde Ulrike Meinhof 1975, drei Jahre nachdem sie inhaftiert worden war, der Prozess gemacht. Die einst meistgesuchte Terroristin Deutschlands wurde am 9. Mai 1976 erhängt in ihrer Zelle in Stammheim aufgefunden. 27 Jahre nach ihrem Tod sind die Umstände noch immer nicht ganz klar. Mysteriös wie ihr Tod ist auch vieles am Leben dieser gerechtigkeitssuchenden, fanatischen Frau. Regina Leßner lässt in ihrem Feature Zeitzeugen wie Stefan Aust, Marcel Reich-Ranicki oder Angehörige wie die Schwester Wienke, die Tochter Bettina und auch Ulrike Meinhof selbst zu Wort kommen. Das Ergebnis all dieser Erinnerungen und Aussagen ist ein schwebendes Porträt, eine Darstellung, die mehrere Sichtweisen des Menschen Ulrike Meinhof zulässt, ja sogar aufdrängt. Auf der einen Seite zeichnet Bettina Röhl ein wenig positives Bild ihrer Mutter. Für sie war Ulrike Meinhof eine fanatische Frau, die ihre Kinder loshaben wollte. Eine Frau, die ein Stück Lebensunfähigkeit in den Untergrund trieb. Das harte Urteil ist nachvollziehbar, bedenkt man, wie wenig liebe- und verantwortungsvoll Ulrike Meinhof nach der Scheidung von ihrem Mann, Klaus Rainer Röhl, mit den beiden Töchtern umging. Nachdem sie innerhalb kürzester Zeit in den Untergrund gegangen war, ließ sie Bettina und Regine in ein Barackenlager zu Genossen in Sizilien bringen. Ziemlich brutal! Die Schwester Wienke andererseits, die den legalen Weg gewählt hatte, sieht Ulrike als einen Menschen, der im Kampf für gesellschaftliche Veränderung eine Grenze überschritten hat. Sie, die genauso wie die Schwester von Gerechtigkeit geträumt hatte, aber sich als Rektorin in einer Schule engagiert, ortet Ulrike Meinhof im Kontext der damaligen Zeit, im Kontext von nicht aufgearbeiteten Faschismus und vom Imperialismus der USA mit seinem Vasall Deutschland. Die gute Terroristin also, die für die Abschaffung gesellschaftlicher Missstände kämpfte? Die Schwester, die vor dem Selbstmord einen Abschiedsbrief geschrieben hätte! Diese Collage aus unterschiedlichen Beiträgen lässt das diffuse Bild über Ulrike Meinhof bestehen. Nach wie vor fragt man sich, wer war sie? Was trieb die Frau dazu, bei der Durchsetzung ihrer radikal ideologischen Ziele vor Geiselnahme und Mord nicht zurückzuschrecken? Hatte sie Angst vor einer inneren Leere, wollte sie sie im RAF-Terror vernichten? Ein interessantes, offenes Programm, das keine Lösung anbietet! Das Booklet enthält ein Interview mit Bettina Röhl. Feature, Spieldauer: ca. 53 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. -- culture.text
Kommentare und Bewertungen: normaler mensch???
   
durch die erzählungen der verschiedenen personen, die die unterschiedlichsten beziehungen zu ulrike meinhof hatten entsteht ein "relativ objektiver" bericht über diese person. erschreckend was ein "normaler mensch" für eine angemessene reaktion auf das politische geschehen halten kann.
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